Europäischer Aal

 

Europäischer Aal
♀ 100 cm, ♂ 50 cm
Common Eel -Anguilla anguilla (Linné 1758)

Sand- und Schlammböden, oberständiges Maul, lang gestreckter, schlangenförmiger Körper mit stark schleimiger Haut, kleine Kiemenöffnungen. Die Bauchflossen fehlen, Rücken-, Schwanz- und Afterflosse gehen ineinander über. Kleine Kiemenspalten dicht vor den Brustflossen, Rücken-, Schwanz- und Brustflossen bilden einen Flossensaum, grau bis braun. Aale sind dämmerungs- und nachtaktiv.

Der Europäische Aal gehört zu den katadromen Wanderfischen. Er bewohnt in der Regel Süßwasser, pflanzt sich jedoch im Salzwasser fort. Kein anderer Fisch hat einen vergleichbaren Lebensverlauf:

Die Weidenblattlarve – Leptocephalus des Aals schwimmt vom Sargasso-Meer (Atlantik: östl. Florida, südl. der Bermudas) nach Europa. Nach der Larvenzeit wandeln sie sich – vor Eintritt ins Süßwasser – in den sog. Glasaal um, der dann die Flüsse hinauf wandert, wo er sich zum Aal entwickelt und den größten Teil seines Lebens verbringt. Manche bleiben auch im Meer oder im Brackwasser (z.B. Ostsee oder Ästuare). Im Alter von 6 – 7 Jahren wandeln sich die Aale zu Blankaalen um (dunkler Rücken, silberglänzender Bauch) und beginnen Geschlechtsorgane zu bilden (♀ früher, ♂ später). Nun wandern sie ins Meer zurück und verschwinden im Atlantik, wo sie sich zum Sargasso-Meer zurückbegeben, um dort zu laichen und anschließend zu sterben. Der letzte Teil dieses beeindruckenden Lebenszyklusses gilt jedoch als nicht endgültig gesichert, da erst wenige geschlechtsreife Individuen gefunden wurden.
Gefährdung: Langfristig durch die Glasaalfischerei an den Atlantikküsten Frankreichs und Spaniens.
Rote Liste BRD: gefährdete Art, Rote Liste HH: stark gefährdete Art,
Mindestmaß 35 cm, als Nutzfisch von großer Bedeutung.
Verbreitung: Flusssysteme und Binnengewässer Europas, Kleinasiens und Nordafrikas, Ostsee, Nordseeküste
Verbreitung in Hamburg: sämtliche Gewässer Hamburgs, stark durch Besatz gestützt

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